Regenwassersammlung

Stand:
Regenwasser kann auf verschiedenste Weisen an Haus und Grundstück gesammelt werden. Die Möglichkeiten werden hier beschrieben.
Regentonne Holz

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Sammlung von Regenwasser kann in sehr unterschiedlichen Behältnissen erfolgen.
  • Dazu zählen Regentonnen, Wandtanks, IBC Container und Zisternen in verschiedensten Ausführungen.
  • Je nach Grundstück, örtlicher Gegebenheiten und zu bewässernder Fläche kann ein anderer Regensammelbehälter passend sein.
  • Sie erfahren, wie Sie die richtige Speichergröße für Ihren eigenen Bedarf ermitteln.
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Zur Regenwassersammlung können verschiedene Systeme genutzt werden. Einfache Regentonnen, Wandtanks oder der sog. Intermediate Bulk Container (IBC Container) können im Garten aufgestellt werden. Zisternen sind Sammelbehälter für Regenwasser, die meist in das Erdreich eingelassen werden. Sie können aus unterschiedlichen Materialien, wie Beton oder Kunststoff bestehen und können alternativ auch in einem Kellerraum aufgestellt werden. Alle Systeme haben Vor- und Nachteile und sollten an die finanziellen und örtlichen Gegebenheiten und die geplante Nutzung angepasst werden.

Oberirdische Aufstellung im Garten:

Vorteile Nachteile
Wenig Aufwand Brutstätte für Mücken
Geringe Kosten Geringe Lagerkapazität
Keine aufwendige Anlagentechnik notwendig (Pumpe, etc.) Schlechte Wasserqualität
  Algenbildung

 

Unterirdische Zisterne:

Vorteile Nachteile
Kühle und dunkle Lagerung hat positive Auswirkung auf Wasserqualität Hoher baulicher Aufwand
Große Speichervolumina möglich (1500 - 10000 Liter) Hohe Kosten

Regentonne, Wandtank und IBC Container

Die einfachste Methode, um Regenwasser zu sammeln, ist ein Regenspeicher mit Anschluss an das Fallrohr. Dies können geschlossene Behälter oder offene Tonnen sein, die mit oder ohne Entnahmeventil ausgestattet sind. Hier gibt es unterschiedlichste Bauweisen, Ausführungen, Farben und Formen. Regenspeicher sind in den Größen von 200 – 500 L erhältlich und kosten ca. zwischen 50,- bis 300,- €. Zudem ist es möglich die Abdeckung zu bepflanzen, so dass dieser von einem Blumenkübel nicht mehr zu unterscheiden ist.

Wandtanks hingegen haben eine geringe Tiefe und können dadurch platzsparend an der Hauswand aufgestellt werden.  Sie haben immer ein Entnahmeventil und kosten zwischen 300,- und 500,- €.

Als Sammelbehälter können auch IBC Container verwendet werden. IBCs gibt es in den Größen von 300 – 1000 L Inhalt und sie kosten etwa 100 – 200,-€. Vorteil der IBCs ist die praktische Ausführung mit Zulauföffnung, das Entnahmeventil und das geschlossene System. Der IBC ist ein kompakter, rechteckiger Kunststoffbehälter ohne weitere Öffnungen, also geschlossen.

Mit dem sogenannten „Regendieb“ bzw. „Regenheld“, einer Klappe am Fallrohr, kann man das Wasser ableiten und einer Tonne oder einem Tank zuleiten. Die Montage ist einfach und kann mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst gemacht werden. Die Kosten für einen Regendieb liegen je nach Material und Ausführung zwischen 20,- und 100,- €.

Offene Regentonnen im Garten bergen das Risiko „Brutstätten“ für Mücken im Sommer zu sein. Hier kann eine Abdeckung aus Netzstoff (Fliegengitter) schon Abhilfe schaffen. Im Handel gibt es jedoch auch eine große Auswahl an geschlossenen Regentonnen.

Zisternen

Regenwasserzisternen werden unterirdisch verbaut und bestehen aus Materialien wie Beton oder Kunststoff. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Ausführungen mit ihren Vor- und Nachteilen sowie die notwendige Technik vorgestellt.

Bei Aushub der Erde und Einbau der Zisternen gilt: die Baugrube muss groß genug dimensioniert werden, so dass Unterbau und Seitenstabilität durch die Verdichtung mit Kies oder Sand gegeben ist.

Ebenso wird in den meisten Entwässerungssatzungen ein Überlauf an den öffentlichen Kanal gefordert. Grund dafür ist die Vermeidung von Überschwemmungs- und Überflutungsschäden auf Nachbargrundstücken und Verkehrsflächen. Dies ist insbesondere bei Starkregenereignissen wichtig, wenn das Fassungsvermögen der Zisterne nicht ausreicht.

Um das Rückstaurisiko aus dem angeschlossenen Kanal zu vermeiden, sollten Zisternen mit der entsprechenden Technik (z. B. Rückstauklappe) ausgestattet sein.

Betonzisternen

Betonzisternen haben den Vorteil sehr stabil und haltbar zu sein. Eine unterirdische Betonzisterne ist in jedem Fall überfahrbar und kann somit auch unter Hof- und Parkflächen verbaut werden. Durch das hohe Gewicht sind Betonzisternen zudem auftriebssicher gegenüber anstehendem Grundwasser. Bei zu hohen Grundwasserständen können Betonzisternen jedoch auch aufschwimmen. Nachteil ist der mit dem hohen Gewicht einhergehende höhere Aufwand für Transport und Einbau.

Für Betonzisternen gibt es 2 verschiedene Konstruktionstypen:

Schachtring-Zisternen/ zweiteilige Betonzisternen haben den Vorteil, in der Höhe variabel gestaltet werden zu können. Je mehr Schachtringe übereinander gesetzt werden, umso größer ist das Speichervolumen. Zu beachten ist dabei, dass die Fugen (in der Regel mit Zementmörtel) abgedichtet werden müssen.

Monolithische Zisternen sind aus einem Stück gegossen und nicht aus Ringen zusammengesetzt. Aus diesem Grund sind sie dauerhaft dicht und müssen nicht verfugt werden.