Grundstücksentwässerungspass
Als Hauseigentümer:in sind Sie dafür verantwortlich, dass die Abwasserleitungen auf Ihrem Grundstück in Ordnung sind. Der Grundstücksentwässerungspass hilft Ihnen, alle wichtigen Unterlagen, Prüfergebnisse und Informationen zu Ihrer Anlage an einem Ort zu sammeln.

Das Wichtigste in Kürze:
- Der Pass fasst Zustand, Prüfungen und Sanierungen Ihrer privaten Abwasseranlage in einem Dokument zusammen.
- Neben dichten Leitungen sind auch Schutz vor Überflutung, Rückstausicherung und der Umgang mit Dränagewasser wichtig.
- Die DWA hat 2025 einen Muster-Entwässerungspass veröffentlicht, der zur Dokumentation des Ist-Zustands der Entwässerung dient.
- Ihre Kommune, ein Planungsbüro oder das Verbrauchertelefon Abwasser der Verbraucherzentrale NRW informieren Sie über die örtlichen Anforderungen.
Was ist der Grundstücksentwässerungspass?
Der Grundstücksentwässerungspass dokumentiert, in welchem Zustand Ihre private Abwasseranlage ist und welche Prüfungen und Sanierungen bereits durchgeführt wurden. Er ersetzt keine gesetzlich vorgeschriebene Prüfbescheinigung, schafft aber einen klaren Nachweis, den Sie bei Bedarf Ihrer Kommune, Ihrer Versicherung oder späteren Käufer:innen Ihres Hauses vorlegen können.
Welche Pflichten haben Sie als Eigentümer:in?
Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet Sie als Grundstückseigentümer:in:
- Ihre privaten Abwasserleitungen fachgerecht zu errichten, zu betreiben und instand zu halten.
- Den Zustand der Anlagen in den gesetzlich oder kommunal festgelegten Abständen prüfen zu lassen.
- Festgestellte Mängel durch eine Sanierung zu beheben.
Wie diese Pflichten im Einzelnen umgesetzt werden, regeln die Bundesländer und Kommunen unterschiedlich, etwa in der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser NRW (SüwVO Abw) oder in örtlichen Entwässerungssatzungen.
Welche Themen deckt der Entwässerungspass ab?
Neben der Prüfung der Leitungen selbst rücken weitere Aspekte der Grundstücksentwässerung in den Vordergrund:
- Starkregen und Überflutungsschutz: Immer mehr Kommunen verlangen einen Nachweis zum Überflutungsschutz oder den Einbau dezentraler Rückhaltemaßnahmen, etwa Stauräume oder Versickerungsanlagen.
- Rückstau aus dem öffentlichen Kanal: Ohne fachgerechte Rückstausicherung können bei Starkregen Keller- und Souterrainräume volllaufen. Der Pass hält fest, ob und wie eine solche Sicherung vorhanden ist.
- Dränagewasser: Häufig ist unklar, ob eine Dränageleitung an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden darf und ob dieser Anschluss gegen Rückstau gesichert sein muss. Auch diese Angaben lassen sich im Pass dokumentieren.
Der Muster-Entwässerungspass der DWA
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat 2025 einen Themenband veröffentlicht, der einen modular aufgebauten Muster-Entwässerungspass beschreibt. Er führt die verschiedenen fachtechnischen Aspekte der Grundstücksentwässerung zusammen und lässt sich je nach Bedarf um einzelne Bausteine ergänzen. Grundlage sind acht Checklisten zu folgenden Bereichen:
- Erfassung der Grundstücksentwässerung
- Rückstau
- Sanierung
- Versickerung
- Überflutungsnachweis
- Oberflächenwasser
- Abscheider
- Kleinkläranlagen und Abwassergruben
Kommunen, Planungsbüros aber auch Grundstückseigentümer:innen können ihn als Orientierung nutzen.
Wer profitiert von einem Entwässerungspass?
Eine strukturierte Dokumentation der Grundstücksentwässerung kommt mehreren Beteiligten zugute:
- Kommunen sowie Ingenieur- und Planungsbüros, die den Zustand einer Anlage nachvollziehen müssen.
- Ausführenden Fachbetrieben, die auf vorhandene Angaben zurückgreifen können.
- Ihnen als Grundstückseigentümer:in: Sie erfüllen Nachweispflichten einfacher und behalten den Überblick über Prüfungen, Sanierungen.
Wo erhalten Sie weitere Informationen?
Sie können sich zu den konkreten Anforderungen an Ihre Grundstücksentwässerung an Ihre Kommune oder ein Planungsbüro wenden. Für allgemeine Fragen rund um Zustands- und Funktionsprüfung, Rückstau, Starkregenvorsorge und den Umgang mit Abwasser steht zudem das Verbrauchertelefon Abwasser der Verbraucherzentrale NRW zur Verfügung.



